Kinderkrankheit Keuchhusten

Es war im Januar 2019, als unsere Kinderärztin uns mitteilte, dass unser Sohn den Keuchhusten hat. Ich war zu diesem Zeitpunkt mit unserem dritten Kind im 8. Monat schwanger. Unsere Kinderärztin gab mir zwei Varianten. Entweder wir geben ihm gleich Antibiotika (was Sie uns nicht empfohlen hat, da das Antibiotikum dem Körper und den Organen schadet und die Krankheit so unterdrückt wird). Oder wir geben ihm gleich etwas Homöopathisches und stehen die ganze Krankheit durch. Sie sagte aber, dass Sie es in meiner Situation verstehen würde, da diese Krankheit sehr lange dauert und sehr intensiv ist. Man müsse die Hustenattacken aushalten können, als Mutter und Vater, jedoch bestehe keine Lebensgefahr im Alter unserer Kinder und es gebe keine bleibenden Schäden durch das Husten. Für mich war klar wir stehen dies zusammen durch und wir verzichten auf Antibiotika. Wir haben unsere Kinder bewusst und nach vielem informieren und lesen nicht geimpft. Darum war uns auch immer bewusst, dass etwas kommen kann und unsere Kinder die Kinderkrankheiten auch als Chance für den Aufbau Ihres eigenen Immunsystems bekommen können und dürfen. Da die Krankheit in der Inkubationszeit sehr ansteckend ist, haben wir dann auch noch unsere Tochter testen lassen und erhielten schnell ein positives Testergebnis. Ich stand also da mit zwei Kindern die an Keuchhusten erkrankt waren und hochschwanger. Ich musste weinen, da ich wusste, dass dies eine extrem intensive und lange Zeit wird für uns alle. Da die Krankheit erst am Fortschreiten war und sich noch nicht mit Husten zeigte, hatten wir noch etwas Zeit uns auf die intensiven Nächte vorzubereiten. Mein Mann stellte unser Gästebett, dass man ausziehen konnte auf 1.40 m neben unser Bett (wir haben zum Glück ein großes Zimmer) und so hatten wir 3 m Bett für uns alle zur Verfügung. Ich wollte die Kinder neben uns haben und hören, wenn die Hustenattacken dann anfangen.

Ich informierte mich über die Krankheiten und was man zur Linderung alles tun kann. Wir richteten uns also so gut wie möglich ein, die Kinder bekamen die Homöopathischen Kügelchen und ich sagte gleich alle meine Termine bei der Arbeit ab und ging per sofort verfrüht in Mutterschafts Pause.
Es ging dann bei Kiano Ende Januar mit den Hustenattacken los und bald darauf auch bei Lynn. Es war schon sehr erschreckend, die Bilder zu sehen. Sie saßen plötzlich auf, wurden ganz blau im Gesicht die Augen drückte es leicht nach Außen und sie zogen nur noch Luft ein, halt das typische Keuchen. Das einzige, was man tun kann, ist Ruhe bewahren und die Kinder am Rücken stützen und zeigen, dass wir da sind. Der Husten war noch ganz trocken und dauerte jeweils zwischen 2 und 3 Minuten, eine gefühlte Ewigkeit, wenn man das Kind so sehen muss. Für den Papa war es sehr schwierig mit anzusehen und er musste ja auch am nächsten Tag wieder zur Arbeit. Oft schlief er dann in einem Zimmer der Kinder, um zu schlafen und am nächsten Tag ausgeruht zu sein. Ich war ja voll und ganz darauf eingestellt und konnte ruhen, wenn die Kinder tagsüber schliefen. Jedoch waren sie trotz Krankheit sehr fit und es mussten beide noch nicht erbrechen, das hieß auch für mich nicht in der Nacht aufstehen. Die Kinder wussten auch häufig gar nicht mehr, dass sie in der Nacht wach waren und gehustet haben. Also wusste ich, dass es bei den Kindern kein Trauma hinterlassen wird.

Eines Tages habe ich dann gelesen, dass schnell eine Besserung eintreten kann in den Bergen. So kam mir die Idee, da ich ja sowieso nicht arbeite und wir wegen der langen Ansteckungszeit sowieso nicht unter Leute dürfen, für 3Wochen in die Berge zu fahren. Wir lieben die Berge und den Schnee.

Ich fand im Kanton Graubünden in Stels eine 2-Zimmer-Wohnung etwas Abseits auf einem Bauernhof. Ich habe es dann mit meinem Mann besprochen und er unterstützte mein Vorhaben und ich mietete diese Wohnung dann für 3 Wochen lang. Ich buchte die Wohnung anfangs Woche und wir reisten mit einem vollbeladenen Auto am Wochenende darauf los. Es war ein Tag, den ich niemals mehr vergessen werde. Es schneite, schneite und schneite..... Die Straßen waren fast leer und wir waren recht langsam unterwegs. Die Kinder machten es sehr gut mit und genossen die Autofahrt wie immer. Die sehr liebe und hilfsbereite Vermieterin Barbara Tarnutzer sagte uns im Voraus, wir sollen uns bei Ihr telefonisch melden, wenn wir in Landquard von der Autobahn fahren. Auch mein Mann begleitete uns noch und blieb noch das Wochenende, bevor es dann bei Ihm wieder zur Arbeit ging.
Wir lernten dann Barbara kennen und Sie sagte uns wir können Ihr hinterherfahren. Also ging es los. Es ging den Berg hinauf und hinauf und hinauf.... Mir wurde es immer mulmiger und ich kriegte es echt mit der Angst zu tun. Ich fragte mich, was ich hier mache. Es ist Winter, kann also immer wieder schneien, die Kinder sind krank, ich bin hochschwanger und wir fahren einfach immer mehr und mehr aus der Zivilisation. Bald kam auch dann die Stelle, an der wir die Schneeketten montieren mussten, da unser Auto nicht mehr weiter kam. Ich beruhigte mich immer wieder selber, und wusste in meinem tiefsten Innern, dass alles gut kommt und es für uns 3 mit Baby an Board, auch eine sehr wertvolle Zeit werden wird. Oben angekommen, trafen wir auf einen wunderschönen Bauernhof und eine Wohnung die voll mit Liebe eingerichtet war. Wir fühlten uns sehr schnell wohl und konnten uns dann die 3 Wochen doch vorstellen. Martin ließ uns dann aber nicht gerne zurück, als es für ihn dann wieder hieß ins Unterland zurückzureisen. Er vertraute mir aber und wusste, dass wenn ich etwas will es sowieso durchziehen werde:)
Unsere Tage verliefen immer gleich. Morgens Frühstücken, dann spazieren gehen, Mittagessen, dann Mittagsschlaf und nochmals spazieren gehen, früh Abendessen und früh ins Bett. Ich achtete darauf möglichst auf Schleimbildende Lebensmittel wie Milchprodukte, Bananen und Fleisch zu verzichten und wir tranken viel Thymian Tee, machten Bienenwachswickel auf die Brust, schauten, dass die Luft immer gut befeuchtet war..... Jeder Tag war gleich und dies war sehr wichtig, da wir einen Rhythmus brauchten und möglichst keine körperlich und seelisch strengen Aktivitäten.
Für mich war jeweils am Abend immer etwas Zeit, die ich wirklich bewusst für mich und das Baby nutzte. Die
Kinder waren um 19.00Uhr im Bett und meistens ging der Husten um 22.00Uhr los.
Wir hatten sehr viel Wetterglück und nur 3 Tage schlechtes Wetter in diesen 3 Wochen. Dies machte alles viel freundlicher und wir konnten viel Vitamin D tanken. Die Kinder machten es einfach wunderbar und waren trotz allem sehr glücklich. Wir hatten viel Zeit zum Bücher anschauen, Spiele machen, Zeichen, kneten... Heidi hörten wir Tag ein Tag aus, dies werde ich nie mehr vergessen und ich könnte Euch die Geschichte auswendig im Detail erzählen:)
Der Papa kam uns immer mal wieder besuchen und wir konnten am Schluss der 3 Wochen sogar mal einen Ausflug zusammen übernehmen. Mitte der 3 Wochen hatten wir dann auch den Zenit der Krankheit erreicht. Die Kinder waren beide, zum Glück abwechslungsweise, am Erbrechen. Sie saßen also schlagartig auf, Husteten. Ich hielt Ihnen den Eimer vors Gesicht. Sie erbrachen, legten sich danach wieder hin und schliefen, als ob nichts gewesen wäre. Beim Beginn dieser intensiven Phase, bekam Ichs wieder mit der Angst und ich wusste nicht, ob wir nicht lieber nach Hause fahren sollen. Ich rief darauf unsere Kinderärztin an, die mir noch Rezepte verschrieb und schickte uns nochmals Homöopathische Mittel. Diese kamen am nächsten Tag auch schon per Post zu uns. Sie klärte mich auf, dass dies der Zenit der Krankheit sei und etwa 1Woche dauert. Zum Glück. Und dies war dann auch so.
Die beiden Kinder machten alles einfach großartig und ich bin extrem stolz auf Sie, wie Sie das gemeistert haben.
Ich bin aber auch extrem stolz auf mich. Wie ich meine Ängste und Zweifel aushalten und gleichzeitig mitteilen lernte. Wie ich ins Vertrauen gehen durfte.
Wir gingen also mit einer Riesen Portion Selbstvertrauen und mit fast gesunden Kindern nach 3 Wochen nach Hause.
Mit Lynn wartete ich noch etwas mit dem Mukiturnen und wir gingen es auch im Unterland weiterhin ruhig an.
 
Mein Fazit daraus ist sehr positiv. Ich würde es als eine sehr bereichernde Zeit anschauen, obwohl auch mit vielen Ängsten, Zweifeln und Stress verbunden.
Keuchhusten wird in der Alternativmedizin als eine Kinderkrankheit angesehen, die Kinder lernt mit Ihrer unterdrückten Wut und Ihrer Aggressionen umzugehen. Sie raus zu lassen mit dem keuchenden Husten. Kiano kann dies im Allgemeinen besser als Lynn und verkörperte seine Wut schon sehr früh. Lynn hingegen ist ein sehr ruhiges Kind und war auch schon ein sehr pflegeleichtes Baby. Passte sich also schon sehr früh an, schlief mit 6 Wochen durch, trotz sehr wenig bis gar nicht..... Wir nannten es immer ein Anfängerbaby (was ich heute ganz schlimm finde, wenn ich dies jetzt alles weis) Lynn hatte den Keuchhusten dann auch von Ende Januar bis fast Ende Mai, was auch eindeutig zeigt, wie sehr sie alles herauslassen musste. Kiano hatte es nie so intensiv und nicht so lange.
Mein Mann und ich sind nach dieser Erkenntnis dankbar, dass unsere Kinder eine unserer Meinung nach so wichtige Kinderkrankheit, für die unterdrückte Wut/ Aggression natürlich durchmachen durften. Schon im Kindesalter, und jedes in seiner Zeit, die es dazu brauchte. Das wir sie liebevoll darin unterstützen durften, bei Ihnen sein durften und es mit Ihnen zusammen aushalten konnten.
Ich musste mit 35 Jahren feststellen, dass dieses Thema ein grosses bei mir selber ist und konnte es erst jetzt aufarbeiten und es war und ist so ein intensiver Prozess.
Wir sind einfach dankbar, dass wir uns für diesen Weg des nicht Impfens entschieden haben und unsere Kinder die Kinderkrankheiten bekommen, die Sie für Ihre Entwicklung und Ihr weiterkommen im Leben brauchen.

https://www.praxis-zeitraum.com/2020/06/07/gedanken-zu-der-kinderkrankheit-keuchhusten/

Kommentar schreiben

Kommentare: 0